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Mit bälleparadies sind die mit kleinen bunten Plastikbällen gefüllten Räume im Ikea gemeint, in denen Erwachsene Kinder abgeben können. Am Matzleinsdorferplatz wird einer der unterirdischen, gefliesten Gänge mit ebendiesen Bällen gefüllt.

Zudem fungieren die bunten Bälle als Flugblatt für den Matzleinsdorferplatz (matz ab!). Als glattes Zeichen für den Dreck, den wir in die saubere City tragen möchten. Ahnlich den gelben Quietschenten, die nach einem Schiffsunglück jahrelang auf den Meeren trieben, auf unterschiedlichsten Stränden angespült wurden und einer Strömungsforschung gute Dienste erwiesen haben. Es gilt eine Stadt mit bunten Bällen zu verschmutzen.

Der Mythos von der Stadt als Ort des Müßiggangs scheint passé. Wo mensch hinspuckt gilt Lohnarbeit als erstrebenswerter Lebensinhalt, der Zwang zur Arbeit hat in den letzten Jahren noch einmal an Nachdrücklichkeit gewonnen. Frohsinn für all jene mit Arbeit - und sei sie noch so beschissen. Ein schönes Leben ohne Lohnarbeit: kaum vorstellbar.

Andererseits hat sich gewissermaßen das Bild des Künstlers (Künstlerinnen werden im sexistischen Betrieb oft wenig bedacht) als "Flaneur" erhalten: "Der Architekt, wie der Künstler ein Connaisseur der urbanen Zeichenwelt, jagt - sofern es seine eingeschränkte Freizeit zulässt - als "Flaneur" ästhetischen Genüssen nach (und mitunter auch körperlichen)." Jene distanzierte ästhetisierende Herangehensweise - gerade auch an soziale Ungerechtigkeit - kennzeichnet im Allgemeinen eine kulturalistische Ausrichtung von Postmoderne bzw. ein (akademisch-) künstlerisches Milieu.

matz ab!