/mach's dir bequem
Dass sich das gesellschaftliche Klima immer mehr dahingehend verändert, dass Obdachlose und andere "NichtfunktioniererInnen" keinen Platz mehr haben, zeigt sich auch im öffentlichen Raum.
Stadtgestaltung wird dabei zum Verdrängungsinstrument: In den letzten Jahren wurden immer mehr Sitzgelegenheiten auf öffentlichen Plätzen entfernt - teilweise einfach abgebaut, teilweise bei Neugestaltungen weggelassen oder so ausgeführt, dass man sich darauf nicht mehr bequem niederlassen kann.
Das Projekt mach's dir bequem thematisiert diese Entwicklung: an diversen öffentlichen Plätzen, an denen Sitzgelegenheiten besonders liegefeindlich ausgeführt wurden, werden die Bänke mit Holz, Schaumstoff, gefüllten Plastiksäcken etc. zu bequemen Liegegelegenheiten umgestaltet - sich mit-entspannen ist dabei erwünscht!
Foucault bezeichnet gesellschaftliche "Gegenräume" - also die "Ver-räumlichung" von Utopien - als Heterotopien: "wirkliche Orte, wirksame Orte, die in die Einrichtung der Gesellschaft hineingezeichnet sind, sozusagen Gegenplatzierungen oder Widerlager, tatsächlich realisierte Utopien, in denen die wirklichen Plätze innerhalb der Kultur gleichzeitig repräsentiert, bestritten und gewendet sind, gewissermaßen Orte außerhalb aller Orte, wiewohl sie tatsächlich geortet werden können."
Das Projekt mach's dir bequem will nicht nur auf die Verdrängung marginalisierter Gruppen aus dem öffentlichen Raum aufmerksam machen sondern dem entgegenwirken. JedeR soll die Möglichkeit haben sich den öffentlichen Raum nichts-tuend anzueignen! Denn im Grunde "[...] hängt die Freiheit letzten Endes von der Verteilung der Fertigkeiten und materiellen Ressourcen ab." (Zygmunt Bauman)
Aus dem Grund werden zu kurze / unbequeme Bänke zu liegefreundlichen Stadtmöbeln umzugestaltet - und das soll auch gefeiert werden! Auf die Art soll aus unserer Utopie eine Heterotopie werden, die ihren Ausgangspunkt am Matzleinsdorferplatz nimmt.
Matz ab!